Poet und Patriot: Heinrich von Kleist
| Am 21. November 1811 setzte der 34jährige Dichter Heinrich von Kleist am Berliner Wannsee seinem Leben ein Ende, gemeinsam mit seiner Freundin Henriette von Vogel. So scheiterte eine höchst widersprüchliche Existenz, ein brillanter Autor, ein politisch höchst angreifbarer Journalist, der in der napoleonischen Zeit Preußens zum schäumenden Franzosenfresser wurde, einer, der als Mensch immer wieder zwischen den Stühlen, als Dichter zwischen den Stilen stand. Ein nach Adelsgrundsätzen erzogener Offizierssohn aus alter Familie, der seine Militärlaufbahn quittierte, wissenschafts- und philosophiebesessen studierte, der die Problematik von Schein und Sein zum poetischen Lebensthema machte, der im privaten Umgang ein gehemmter Stotterer war, auf dem Papier aber verschlungene Sätze von unglaublicher Darstellungskraft erfand und einer der größten Sprachkünstler deutscher Zunge wurde. Peter Schütze stellt das Werk des unglücklich endenden Dichters vor, mit einer Auswahl aus Dramatik und Prosa. Unter anderem liest er Szenen und Monologe aus den Stücken „Der zerbrochne Krug“, „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Der Prinz von Homburg“, aus der Studie „Über das Marionettentheater“ und anderen Texten der „Berliner Abendblätter“ und beschließt sein Programm mit der furiosen „Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege“. Peter Schütze (geb. 1948), promovierter Germanist und Autor, blickt auf eine lange Laufbahn als Journalist, Übersetzer, Dramaturg, Regisseur und Schauspieler mit Engagements an verschiedenen Bühnen, u.a. in Dortmund, Bielefeld und Hamburg (Thalia Theater), zurück. Seit 1988 macht er auch als Rezitator von Goethe, Heine, Droste-Hülshoff, Kästner, Wilhelm Busch u.a. auf sich aufmerksam. |